Vertrauen

Auch das noch. Vertrauen. Was für ein Thema und was für ein Begriff. Allein die Verwendung dieses Begriffes löst bei dem einen Schauer des Entsetzens aus, bei dem anderen ein Strahlen. Dann gibt es noch die, die es tendenziell kalt lässt, nicht einmal der kleinste Wimpernschlag ist sichtbar, wenn das Wort fällt. Bei denen ist dann entweder alles in Ordnung mit dem Vertrauen. Oder sie gehören schlichtweg zu der Kategorie Mensch, die mit dem Vertrauen einen recht nachlässigen Umgang pflegen und das Vertrauen, das ihnen entgegenbracht wird, bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit mit den sprichwörtlichen Füßen treten. Gut, ist halt so.

Doch hast du für dich klar – und zwar glasklar – was es für dich bedeutet, wenn du vertraust?

Und hast du für dich klar, was du unter dem Vertrauen verstehst, das du jemand anderem schenkst? Wie es sich anfühlt, wenn du sagst „jepp, ich vertraue“? Hast du eine präzise Vorstellung davon?

Das mit dem Vertrauen ist nicht so ohne. Hast du es verschenkt, ist es nicht weg – was ja schon mal ganz gut ist. Doch wenn du es verschenkst, macht es dich an bestimmter Stelle einfach berührbarer. Weil es nämlich sein kann, dass dein Vertrauen enttäuscht wird. Auch wenn eine Ent-täuschung im Grunde genommen davon spricht, dass die Täuschung nun aufgehoben und somit nicht mehr da ist: weh tun kann das trotzdem.

Und wenn du nicht aufpasst und dein Vertrauen immer wieder an Stellen „verschleuderst“, wo es reine Verschwendung ist, weißt du, was dann dein absoluter Super-GAU ist? Der Super-GAU taucht dann auf, wenn das Leben dir plötzlich Möglichkeiten und Situationen anbietet, in denen Vertrauen möglich ist.

Je nachdem, was du bist dato mit deinem Vertrauen für Erfahrung gemacht hast, wird dich die Möglichkeit des Vertrauens wahrscheinlich erst einmal überraschen. Um dich dann ein bisschen später vollends aus der Bahn zu bringen. Bumm, jetzt hast du das Theater. Denn wenn Vertrauen plötzlich möglich und normal ist, was hast du dann vorher gemacht? Wahrscheinlich geschlafen und deine innere Stimme so lange überhört, bis die das Reden dann ganz eingestellt hat. Ist aber egal, denn es kann sich alles immer ändern. Aber taucht Vertrauen auf,  dann hast du dein Theater. Endlich mal ein schönes Theater, denn nun wird ein anderes Stück aufgeführt. Es ist ganz normal, dass deine ersten Schritte auf diesem „Vertrauens-Boden“ wackelig sind. Na und? Dann wackelst du eben, das ist nicht wirklich schlimm. Schlimm wäre es, wenn du es nie kennenlernen würdest, das Vertrauen. Aber vorausgesetzt, du willst wirklich die „Angelegenheit“ mit dem Vertrauen erfahren und angenommen, dass du Vertrauen entwickeln möchtest, um dich gut und sicher zu fühlen.

Dann hol‘ dir auf faire Art und Weise genau das, was du brauchst, um vertrauen zu können.

‚Fair‘ bedeutet ehrlich zu sein und keine Spielchen zu spielen. Kinder spielen Spiele – das ist in Ordnung. Doch du, du bist jetzt erwachsen, also brauchst du auch keine Spielchen mehr. Denn Spielchen kosten Zeit. Dich und den anderen. Wertvolle Zeit.

Wo möchtest du nun anfangen mit deinem Vertrauen? Mach es dir einfach, fang zuerst bei dir an. Kannst du dir selbst vertrauen? Denn wenn du dich bewusst dazu entschieden hast, dir die Sache mit dem Vertrauen mal genauer anzuschauen, dann solltest du das zuerst einmal mit dir selbst klären und dir selbst vertrauen können. Deinem wachen Kopf und deiner inneren Stimme.

Anschließend kannst du hergehen und dir überlegen, was du selbst dafür tun kannst, dass jemand anderer dir vertraut, dir also Vertrauen schenkt. Und Vertrauen ist ein Geschenk, eingepackt in Zuverlässigkeit. Und, bist du zuverlässig? So richtig? Gehörst du zu denen, auf die man sich verlassen kann?

Vertrauen wächst nicht von heute auf morgen. Auch nicht von heute auf übermorgen. Aber sei dir sicher: du wirst Wunder erleben, wenn man dich für zuverlässig hält. Dann fühlt sich dein Leben wie ein Zuhause an.

Ein Zuhause für alles. Ein Zuhause auch für das Vertrauen, denn nach Hause kommt das Vertrauen einfach gern.

Du magst Vertrauen sehr, hast heute aber keine Lust dazu, dich näher damit zu beschäftigen, weil dein Tag proppenvoll war und dein Leben dich gerade ohnedies ein bisschen aus der Bahn wirft? Macht nix, nimm‘ für heute eine Abkürzung:

SEI. EINFACH. ECHT.

 

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