Schonwaschgang

Mit deinem Leben ist es wie mit deiner Waschmaschine. Die Intensität der Drehung bestimmst du selbst. Das ist eigentlich egal, aber da wir – zumindest die meisten von uns – unser Leben nicht auf der einsamen Insel leben oder in Dunkelkammern absitzen, ist es sinnvoll, dein gewähltes „Programm“ näher anzuschauen.

Die Frage lautet: Schonwaschgang oder Intensivprogramm?

Die Antwort ist wichtig, damit du a) gut und richtig mit dir umgehst und b) dir das richtige Umfeld auswählst. Im übertragenen Sinn heißt das: es ist nicht sehr sinnvoll, einem Cashmere Pullover mit dem Intensiv-Programm von 90 Grad zu Leibe rücken zu wollen. Umgekehrt ist es auch nicht gut, völlig versifften Wäschebergen unter Anwendung des Schonprogrammes zur Sauberkeit verhelfen zu wollen. Ob so herum oder andersherum: das wird nix. Da ist – wie immer und überall – Klarheit von immens großem Vorteil und wenn du von dir selber weißt, was für ein Typ du bist, vergrößert das deine eigene Klarheit.

Was bedeutet nun Typ oder Stufen-Typ? Gehen wir davon aus, dass alles, was wir machen, im Hintergrund die Stufen 1 bis 6 abgebildet hat. Und wenn wir das, was wir tun und machen, mit Hilfe dieser Stufen skalieren, dann wird es schon einfacher. Einfaches Beispiel für Stufe 1: du triffst auf eine neue Situation, neue Menschen, neue Aufgabenstellung oder was auch immer. Steigst du jetzt vorsichtig ein, näherst dich Schritt für Schritt, ganz langsam, alle Eventualitäten berücksichtigend? Oder – Beispiel für Stufe 3 und höher – springst du gleich ganz rein, fängst schon an, während du dir noch die Ärmel hochkrempelst, frei nach dem Motto:

Ein Ergebnis muss her und an den heiklen Stellen wird das Leben schon gröberen Unfug vermeiden.

Ob du eher mit Stufe 1 (Schonwaschgang) oder mit Stufe 3 und höher (Intensivprogramm) durch dein Leben gehst, es ist auf alle Fälle sinnvoll, das eigene Programm, die eigene Art und Weise des Herangehens zu kennen, damit du dich und deine „Wäsche“ passend pflegst. Jede Herangehensweise hat ihre Vorteile, doch es bringt bessere Ergebnisse, wenn du dir Sachen aussuchst, die zu dir passen. Und wenn du hinschaust, welches „Programm“ du normalerweise wählst, dann sei bitte ehrlich zu dir selbst.

Es könnte nämlich sein, dass du im Schonwaschgang vor dich hindümpelst, obwohl das Intensivprogramm eher deines ist.

Und hinterfragen wir, warum wir manchmal auf viel zu niedrigeren Touren laufen, dann kommen wir – manchmal – auf Bequemlichkeit und – noch viel öfter – auf die Angst. Es ist eine ganz simple Frage, Grundhaltung oder Grundangst, die uns in solchen Fällen treibt. Sie lautet:

Wo geht hier als nächstes die Bombe hoch?

Wenn diese Frage dein ständiger Begleiter ist, dann hat das den Vorteil, dass du nie alleine bist. Das isses dann aber auch schon mit den Vorteilen. Mehr kommt da nicht.

Jetzt kannst du dich hinsetzen und nach dem Ursprung forschen. Doch siehst du anderes Wasser, wenn du die Quelle kennst? Stattdessen kannst du auch einfach hergehen und üben. Wie wir alle wissen: Übung mach den Meister. Sachen zu machen in der Gewissheit, dass das Hochgehen der befürchteten Bombe in Form von Widerspruch, Ablehnung oder was auch immer daher kommen kann, erfordert Mut. Aber lieber mutig sein und Neues wagen, als vor Ängstlichkeit in die permanente Starre des Winterschlafes zu verfallen. Abzuwarten, weil dir bestimmtes Wissen einfach noch fehlt? Legitim. Etwas aus Angst nicht wagen und diese Verzögerungstaktik auch noch kultivieren? Schade.

Ein Freund von mir sagte in diesem Zusammenhang einmal: „Während die Weisen sich berieten, stürmten die Doofen die Burg.“ Ich mag diesen Satz. Sehr. Und würde mich lieber zum Stürmer als zum Weisen bekennen. An vielen Stellen sind wir lange genug gesessen, haben uns viel zu lange beraten. Im schlimmsten Fall wahrscheinlich noch mit uns selbst. Warum also nicht einfach aufstehen, Intensivprogramm starten und dann mal so richtig rotieren? Frei nach dem vorsätzlichen Wunsch:

SEI. EINFACH. ECHT.

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